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Anti-Zecken

Wer denkt, dass Zecken während der warmen Jahreszeit nur für Menschen ein Problem darstellen, der irrt sich. Denn auch für unsere Vierbeiner ist das Risiko von einem der blutsaugenden Parasiten gebissen zu werden sehr hoch.

Dementsprechend dürfte wohl fast jeder Hund im Laufe der Zeit irgendwann einmal in Kontakt mit einer Zecke geraten sein. Leider ist das Ganze alles andere als harmlos, sondern kann eine ernste Gesundheitsgefährdung darstellen.

Warum Zecken für Ihren Hund ein großes Problem sind, wie Sie Zeckenbissen vorbeugen können und welche Maßnahmen Sie im Fall der Fälle ergreifen sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema.



Zecken: verschiedene Arten und bevorzugte Orte

Zecken gehören zu den Milben. Haben die kleinen Parasiten ein potentielles Opfer gefunden, stechen sie dieses und saugen sich mit dessen Blut voll. Sobald sie ihre Blutmahlzeit beendet haben, lassen sie wieder von ihrem Wirt ab. Je nachdem um welche Zeckenart es sich handelt, kann die Mahlzeit nur 30 Minuten oder auch mehrere Wochen dauern.

Insgesamt sind weltweit etwa 900 Zeckenarten bekannt. Allerdings haben diese in der Regel ein oder einige wenige Wirtstiere, welche sie bevorzugen. Das bedeutet, dass nur wenige Zeckenarten tatsächlich eine Gefahr für Hunde darstellen.

Dazu zählen insbesondere der Gemeine Holzbock sowie die Auwaldzecke, die Igelzecke und die Schafzecke. Im Mittelmeerraum ist darüber hinaus außerdem die Braune Hundezecke weit verbreitet.

Zecken fühlen sich an feuchten und schattigen Plätzen besonders wohl, während sie Trockenheit und Sonne eher vermeiden. Meist sitzen sie in Bäumen, Sträuchern oder auch im Gras, wo sie geduldig auf einen geeigneten Wirt warten. Manche Zeckenarten suchen ihre Opfer allerdings auch aktiv.

Zecken sind in der Regel nicht das ganze Jahr über sondern hauptsächlich zwischen März und Oktober aktiv. Bei besonders milden Temperaturen ist es aber durchaus auch im Winter möglich, dass Sie oder Ihr Hund von einer Zecke gebissen werden.

Zecken als Krankheitsüberträger

Dass Zecken das Blut anderer Tiere trinken, klingt vielleicht ein wenig gruselig. Das ist jedoch nicht der Grund für die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Die winzigen Mengen, die eine Zecke braucht, fallen nicht einmal bei sehr kleinen Hunden ins Gewicht.

Allerdings tragen Zecken häufig Krankheitserreger in sich, mit denen sie Ihren Vierbeiner während des Bisses infizieren können. Zum Teil können die dabei übertragenen Krankheiten sogar lebensgefährlich sein.

Vor allem folgende Krankheiten werden durch Zeckenbisse übertragen:

  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Ehrlichiose
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis
  • Babesiose

Borreliose

Borreliose wird durch eine Infektion mit Borrelien ausgelöst. Die Infektionskrankheit durchläuft unterschiedliche Phasen, wobei sich die Schwere der Erkrankung im Vorfeld nicht vorhersagen lässt.

Unspezifische Symptome, die teilweise erst Monate nach dem Biss auftreten, erschweren die Diagnose und damit auch die rechtzeitige Behandlung von Borreliose bei Hunden.

Die erste Phase der Borreliose weist, wenn überhaupt, nur wenige Symptome auf, zu denen vor allem ein geröteter und geschwollener Bereich rund um den Zeckenbiss gehört.

Wochen oder sogar Monate später kann es zu geschwollenen Lymphknoten, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber kommen. Ohne Behandlung können durch die Borreliose schließlich sogar Lähmungen sowie Probleme mit den Nieren und dem Herz auftreten.

Anaplasmose

Eine weitere Infektionskrankheit, mit der Zecken Ihren Hund anstecken können, ist die Anaplasmose. Je nachdem wie potent der Erregerstamm ist, kann der Verlauf der Anaplasmose sehr schwer sein oder Symptome auch vollkommen ausbleiben.

Die Inkubationszeit beträgt ungefähr 20 Tage, bevor dann zum Beispiel Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Fieber auftreten können.

Des weiteren kann es durch die Anaplasmose zu Entzündungen und Schwellungen der Gelenke, Lahmheit und Verhärtungen der Muskulatur kommen. In einigen Fällen kommt es außerdem zu Blutarmut, einer Vergrößerung von Leber und Milz oder auch Beschwerden mit dem ZNS (zentrales Nervensystem).

Ehrlichiose

Eine Infektion mit Ehrlichiose kann sowohl chronisch als auch akut verlaufen. Da ihr Überträger in erster Linie die Braune Hundezecke ist, ist Ehrlichiose vor allem in Südeuropa verbreitet.

Eine Erkrankung an Ehrlichiose kann sich in Form zahlreicher unspezifischer Symptome äußern. Das akute Stadium beginnt nach etwa drei Wochen und hat zum Beispiel Fieber, Nasenbluten, Erbrechen sowie Atembeschwerden zur Folge. Nach zwei bis vier Wochen hat Ihr Hund das akute Stadium meist überstanden.

Nach der akuten Phase treten häufig über Monate oder sogar Jahre hinweg keine Beschwerden mehr auf, bevor dann plötzlich die chronische Phase der Ehrlichiose beginnt. Neben Blutungen, Ödemen und Blutarmut verliert der erkrankte Hund oft deutlich an Gewicht und leidet unter Gelenkbeschwerden.

In einigen Fällen tritt bei Ehrlichiose auch eine Meningoenzephalitis auf. Allerdings ist der Krankheitsverlauf von Fall zu Fall verschieden, sodass sich nicht immer alle genannten Symptome zeigen müssen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (abgekürzt: FSME) zeigt sich mit grippeähnlichen Symptomen sowie mit Fieber. Auch bei FSME müssen nicht zwangsläufig Beschwerden auftreten. Treten Symptome auf, werden jedoch in den meisten Fällen auch das Gehirn sowie die Hirnhaut in Mitleidenschaft gezogen. Unter Umständen kann eine Infektion mit Frühsommer-Meningoenzephalitis dann sogar eine Hirnhautentzündung und somit auch Bewusstseinsstörungen auslösen.

Babesiose

Bei Babesiose handelt es sich ebenfalls um eine Infektionskrankheit, die durch Zecken auf Hunde übertragen werden kann. Die Babesia-Erreger gelangen in erster Linie durch den Biss der Auwaldzecke in den Organismus Ihres Vierbeiners. Dort schädigen sie die roten Blutkörperchen und verursachen ohne rechtzeitige Behandlung eine Blutarmut, welche von Fieber begleitet in wenigen Tagen tödlich enden kann.

Schutz vor Bissen und Infektionen

Da Zeckenbisse ernste Konsequenzen für Ihren Vierbeiner haben können, sollten Sie das Risiko keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Im Idealfall gelingt es Ihnen den Biss einer Zecke komplett zu vermeiden. Ist es dafür bereits zu spät, sollten Sie zumindest dafür sorgen, dass es zu keiner Infektion mit Borreliose oder einer der anderen Krankheiten kommt.

Da Sie natürlich auch weiterhin gemeinsam Gassi gehen müssen, können Sie das Risiko jedoch leider nicht komplett ausschließen.

Zecken entfernen

In den meisten Fällen wandern Zecken erst eine Weile über das Fell des Hundes, bis sie schließlich eine geeignete Stelle zum Stechen gefunden haben. Das bedeutet, dass Sie etwas Zeit haben, um einen Biss noch zu verhindern. Wir empfehlen Ihnen daher Ihren Hund während der Zeckenzeit nach dem Gassigehen abzusuchen und eventuell vorhandene Zecken umgehend zu entfernen.

Was, wenn die Zecke bereits zugestochen hat?

Doch auch in dem Fall, dass die Zecke bereits zugestochen hat, muss es noch nicht zwangsläufig zu einer Infektion kommen. Denn die meisten Krankheitserreger benötigen einige Stunden, bis sie in den Organismus Ihres Vierbeiners gelangen. Sofern Sie eine Zecke zeitnah und vollständig (mitsamt des Kopfes) entfernen, stehen die Chancen deshalb gut, dass der Biss ohne Folgen bleibt.

Beliebte Bissstellen

Vor allem der Bereich des Kopfes ist bei Zecken sehr beliebt. Da die kleinen Parasiten aber auch an anderen Stellen zustechen können, sollten Sie stets den kompletten Körper Ihres Hundes untersuchen. Auch wenn Sie bereits eine Zecke entdeckt haben, sollten Sie keinesfalls mit der Kontrolle aufhören. Denn gerade dann ist es mehr als wahrscheinlich, dass Sie noch mehr der Parasiten entdecken werden.

Zeckenschutzmittel zur Vorbeugung

Neben dem nachträglichen Entfernen der Zecken von Ihrem Vierbeiner, empfehlen wir Ihnen außerdem bei Bedarf ein geeignetes Zeckenschutzmittel für Hunde zu nutzen. Ein solches Präparat tötet die Zecken entweder ab oder verhindert von vorneherein, dass diese Ihren Hund als potentiellen Wirt betrachten.

Gesundheitliche Risiken

Herkömmliche Zeckenmittel, wie es sie in zahlreichen Ausführungen als Spot-ons oder in Tablettenform zu kaufen gibt, bergen jedoch einige gesundheitliche Risiken. Denn obwohl sie ohne Zweifel einen wirksamen Schutz gegen Zeckenbisse darstellen, können sie der Gesundheit Ihres Hundes ernsten Schaden zufügen.

Das liegt daran, dass in Zeckenmitteln häufig Pestizide enthalten sind. Derartige Gifte können sowohl akute Beschwerden als auch dauerhafte Probleme auslösen. Neben Koordinationsstörungen können sie kurzfristig unter anderem zu Krämpfen und Lähmungen führen.

Und selbst wenn Ihr Hund ein Zeckenschutzmittel scheinbar gut verträgt, können Sie sich nicht sicher sein, dass das auch langfristig so bleibt. Denn mit er Zeit lagert sich immer mehr des Giftes in seinem Organismus ab.

Irgendwann ist die Konzentration im Körper dann schließlich so hoch, dass chronische Schäden entstehen. Neben Leber- und Nierenschäden kann es durch die im Zeckenschutz enthaltenen Pestizide vermutlich sogar zu Krebserkrankungen kommen.

Sofern Sie Ihren Hund mit einem Zeckenschutzmittel vor den Bissen der kleinen Parasiten schützen möchten, sollten Sie daher unbedingt einen Blick auf die enthaltenen Wirkstoffe werfen. Informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen und wägen Sie ab, ob diese vertretbar sind oder möglicherweise doch ein anderes Präparat die bessere Wahl ist.

Beziehen Sie in Ihre Überlegungen unbedingt mit ein, dass der Kontakt mit dem Zeckenschutzmittel auch Ihnen und anderen Menschen im Umfeld Ihres Hundes schaden kann. Gerade für kleine Kinder, die den Hund streicheln und dann ihre Finger in den Mund nehmen, ist das gesundheitliche Risiko groß.

Natürliche Zeckenmittel ohne Nebenwirkungen

Auch wenn Sie sich gegen den Einsatz eines klassischen Zeckenmittels entscheiden, können Sie Ihren Vierbeiner dennoch schützen. Denn längst gibt es auch Präparate mit natürlichen Wirkstoffen zu kaufen.

In Studien (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18397516) hat sich beispielsweise die mittelkettige Fettsäure Laurinsäure als besonders wirkungsvoll herausgestellt. Sie ist in ihrer natürlichen Form vor allem in Kokosnüssen enthalten und wirkt abstoßend auf Zecken.

Ein natürliches Zeckenschutzmittel, welches wir Ihnen an dieser Stelle empfehlen können, ist Bellfor Anti-Zecken. Es enthält neben Kokosöl unter anderem auch Insektenfett, welches ebenfalls über einen hohen Gehalt an Laurinsäure verfügt und Ihren Hund somit zuverlässig und ohne Nebenwirkungen vor Zecken schützen kann.

Bellfor Anti-Zecken ist wahlweise in Form von Spray oder schmackhaften Keksen erhältlich.

Tipps für die Anwendung

Um einen bestmöglichen Zeckenschutz zu gewährleisten, ist eine gründliche und vor allem regelmäßige Anwendung wichtig. Natürliche Zeckenschutzmittel wie Bellfor Anti-Zecken sollten daher in der Regel täglich großzügig auf das Fell aufgetragen werden.

Das Wichtigste in aller Kürze

Insbesondere zwischen Oktober und März stellen Zecken für Hunde eine ernste Gefahr dar. Sie tragen Krankheitserreger in sich, mit denen sie die Vierbeiner infizieren können.

Wir empfehlen Ihnen als Zeckenschutz die folgenden Punkte umzusetzen:

  • Nutzen Sie ein natürliches Zeckenschutzmittel.
  • Kontrollieren Sie das Fell Ihres Hundes nach dem Gassigehen auf Zecken.
  • Bei einem Biss ist es wichtig, die Zecke vollständig zu entfernen.
  • Im Falle von Anzeichen für eine Erkrankung sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.