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Trockenfutter


Trockenfutter fuer Hunde

© dima_pics / Fotolia

Früher machte man sich weniger Gedanken um die Ernährung des Hundes. Er bekam einfach alles, was beim Menschen übrig blieb – also zum Beispiel die Tischabfälle oder auch übrig gebliebene Lebensmittel aus der Küche. Man kennt dies heute lediglich noch von Hunden, die beispielsweise auf Bauernhöfen leben. Hier bekommen sie Abfälle vom Schlachten, Kartoffelschalen, usw. Die weitaus größte Zahl der Hunde in Deutschland erhält jedoch fertiges Futter, zum Beispiel in Form von Trockenfutter.

Trockenfutter im Test

Trockenfutter kennt sicherlich jeder von uns. Es handelt sich dabei um die kleinen Pellets, die zumeist in Säcken abgefüllt werden, und die es sowohl im Tierfachhandel als auch in vielen Supermärkten, Baumärkten etc. zu kaufen gibt. Mittlerweile gibt es unzählige Hersteller, die Trockenfutter für Hunde produzieren. Ebenso groß sind die Auswahl der verschiedenen Sorten und die Preisspanne. Es gibt im Handel Trockenfutter mit einem Preis von unter 10.- Euro für 15 Kilogramm, gleichzeitig können Sie aber auch einen 15-Kilogramm-Sack mit vermeintlich besonders hochwertigem Trockenfutter erwerben, der dann gut und gerne 80.- Euro kostet. Doch sind diese Unterschiede wirklich gerechtfertigt? Und was macht ein gutes Trockenfutter für Hunde überhaupt aus?




Welche Trockenfutter Arten gibt es?


Jeder kennt die bekannten Trockenfuttermarken mit ihren 15 kg Säcken wie Wolfsblut, Belcando, Bozita, Josera usw. Doch worin unterscheiden sich die Futtersorten?

Um diese Fragen beantworten zu können, müssen wir uns zunächst etwas damit beschäftigen, wie Trockenfutter für Hunde überhaupt hergestellt wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Herstellungsverfahren, die wir Ihnen im Folgenden etwas näher vorstellen möchten:

Kaltgepresstes Trockenfutter

Über Jahre wurde kaltgepresstes Trockenfutter als hochwertigere Version in diesem Bereich propagiert. Die Hersteller warben mit der Kaltpressung und die Kunden hatten das Gefühl, ihrem Hund etwas besonders Gutes zu tun. Mittlerweile gibt es jedoch auch Gegenstimmen, die die Nachteile des kaltgepressten Trockenfutters hervorheben. Es ist also wie immer: Man sollte mehr auf die Zusammensetzung des Futters als auf die grundsätzliche Herstellungsweise achten.

Um kaltgepresstes Hundefutter herzustellen, werden zunächst die einzelnen Bestandteile des Futters gemischt. Hierbei kann es sich um gemahlene, aber auch um getrocknete Rohstoffe handeln. So kommt beispielsweise Fleisch oft in Form von Fleischmehl – also in gemahlener Form – zum Einsatz, während Gemüsebestandteile fast immer getrocknet werden, bevor sie ins Hundefutter kommen. Gleiches gilt für Kräuter. Die so hergestellte Mischung wird anschließend in eine Trommel befördert, die mit Löchern versehen ist. Nun wird die Trommel unter großen Druck gesetzt, so dass die Futtermischung durch die Löcher in der Trommel in Form gepresst wird. Ähnlich wie bei der Herstellung von Nudeln entstehen also kleine Pellets, die extrem kompakt sind.

Die einzelnen Bestandteile der Ausgangsmasse werden im fertigen Produkt bei der Kaltpressung von Hundefutter also lediglich durch den großen Druck zusammengehalten, welcher auf die Masse ausgeübt wird. Es wird kein zusätzliches Hilfsmittel wie etwa Wärme verwendet. Was früher als positiv galt, wird heute von Experten oftmals bemängelt. Der Grund dafür: Durch die fehlende Wärme werden bestimmte Inhaltsstoffe des Hundefutters bei der Herstellung nicht aufgeschlossen, insbesondere die stärkehaltigen Bestandteile. Dies gilt zum Beispiel für Kohlenhydrate, aber auch für bestimmte Proteine und Vitamine. Somit kann kaltgepresstes Hundefutter für den Hund schlechter verdaulich sein. Für den Hersteller ergibt sich bei der Kaltpressung der Vorteil, ein großes Maß an Energiekosten einzusparen. Die Kaltpressung ist grundsätzlich die einfachste und preisgünstigste Form, Trockenfutter herzustellen.

Extrudiertes Hundefutter

Das sogenannte Extrusion-Verfahren kommt mit Abstand am häufigsten bei der Herstellung von Trockenfutter zum Einsatz. Auch hier werden die einzelnen Zutaten zunächst gemischt und dann geknetet, bis eine teigige Konsistenz entstanden ist. Anschließend wird der Futterbrei in die Trommel gegeben und zunächst auf eine Verarbeitungstemperatur zwischen 100 und 120 Grad – je nach Zutaten – erhitzt. Erst dann wird das Futter durch die Öffnungen in der Trommel gepresst. Auch hierbei entstehen die charakteristischen Pellets, wie wir sie vom Trockenfutter für Hunde kennen. Durch die Veränderung der Löcher in der Trommel können unterschiedliche Formen und Größen des Trockenfutters hergestellt werden.

Der Vorteil beim Extrusion-Verfahren zur Herstellung von Trockenfutter für Hunde ist, dass durch den Einsatz von Wärme die stärkehaltigen Bestandteile – also vorwiegend die Kohlenhydrate – vollständig aufgeschlossen werden. Somit wird das Futter für den Hund viel leichter verträglich und es können auch Zutaten eingesetzt werden, die für kaltgepresstes Futter nicht geeignet sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Bakterien und Keime in den Ausgangszutaten durch Einsatz von Wärme vollständig abgetötet werden. Auch das trägt zur guten Verträglichkeit von extrudiertem Trockenfutter bei.

Der einzige Nachteil, welcher durch Extrusion entsteht, liegt in den Kosten. Der Einsatz von Wärme erfordert naturgemäß höhere Energiekosten, außerdem muss das fertige Futter länger getrocknet werden. Bei kaltgepresstem Trockenfutter dagegen wird der Wasseranteil bei der Herstellung kaum erhöht, so dass ein Trocknungsprozess in der Regel nicht erforderlich ist.

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder kaltgepresstes Futter empfohlen, da es angeblich natürlicher ist und einem geringeren industriellen Verarbeitungsprozess unterliegt. Schaut man sich jedoch die Vor- und Nachteile, welche hier aufgezählt wurden, einmal etwas genauer an, so ist offensichtlich, dass das hochwertigere Futter mit dem Verfahren der Extrusion hergestellt werden kann.


Welches Trockenfutter ist am besten?



Immer wieder werden die gängigen Trockenfuttersorten unabhängigen Tests unterzogen. Dabei werden von einem chemischen Labor Proben genommen, die anschließend genau analysiert werden. Hier drei Produkte, die immer wieder als Testsieger hervorgehen:

Unsere Trockenfutter Empfehlungen 2017

Wolfsblut Wild Duck

Eine ausgewogene Mischung aus hochwertigem Entenfleisch und anderen wertvollen Zutaten machen Wolfsblut Wild Duck zu einem echten Testsieger. Immer wieder zeigt sich, dass dem Hersteller viel an der Gesundheit unserer Hunde liegt.

Zusammensetzung: Kartoffeln (min. 26%), Ente (min. 22,5%), getrocknetes Entenfleisch (min. 22,5%), Entenfett, Erbsen, Erbsenprotein, Hühnerleber, Erbsenfasern, Leinsamen, Thymian, Salbei, Majoran, Oregano und Petersilie, Immutop® (Topinamburkonzentrat), Vitamine, Mineralien, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Holunderbeeren, Aroniabeeren, Mannanoligosaccharide (Prebiotisch MOS; min. 0,19%), Fructooligosaccharide (Prebiotisch FOS; min. 0,19%), Nucleotide (min. 0,17%), Löwenzahn, Anissamen, Bockshornklee.


Josera Optiness

Josera Optiness ist ein hochwertiges Trockenfutter mit Lamm, das insbesondere für ausgewachsene Hunde mittlerer und großer Rassen konzipiert ist. Es zeichnet sich durch den reduzierten Eiweißgehalt aus und fördert dank vieler Vitalstoffe sowohl starke Knochen als auch ein gesundes Herz und glänzendes Fell.

Zusammensetzung: Geflügelfleischmehl; Reis; Gerste; Kartoffelstärke 10,0 %; Rübenfaser; Geflügelfett; Lammfleischmehl 4,5 %; Geflügelprotein (hydrolysiert); Mineralstoffe; Chicorée-Wurzel (gemahlen, natürliche Quelle von Inulin); Fleisch der Neuseeländischen Grünlippmuschel (Perna canaliculus), getrocknet.


Markus Mühle Black Angus

In unabhängigen Tests geht das Futter der Markus Mühle immer wieder als Sieger hervor. Kein Wunder, denn Black Angus besteht aus hochwertigsten Zutaten und ist besonders ausgewogen zusammengestellt, so dass es das perfekte Futter für erwachsene Hunde ab 12 Monaten darstellt.

Zusammensetzung: Black Angus-Trockenfleisch gemahlen (17,3%), brauner Vollwertreis gemahlen, Enten-Trockenfleisch gemahlen (9,7%), Hering-Trockenfisch gemahlen (6,6%), Hirse gemahlen, Amaranth gemahlen, Grünfrischkräuter, Leinsamen, Algenmischung, Heringsöl, Pflanzenölmischung kaltgepresst, Rübenmark, Gelatine, Trockenmoor (2%), Yucca Schidigera getrocknet und gemahlen, Mariendiestelsamen, Fenchelsamen, Heidelbeeren getrocknet, Eigelbpulver, Kieselerde (1,5%), Muschelfleischextrakt aus Perna Canaliculus (1,5%), Meeresmolluskenprotein aus Perna Canaliculus (1%), grüne Mineralerde.



Das richtige Trockenfutter- darauf müssen Sie achten



Es sind vor allem die lange Lagerfähigkeit und die leichte Dosierung, welche für das Trockenfutter zur Nahrungsversorgung für Hunde sprechen. Die Crocs aus getrocknetem Futter sind in der Regel für sehr lange Zeit – oft über Jahre – haltbar, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Außerdem kann das Futter durch die einfache Form optimal dosiert werden.

Ein weiterer Vorteil betrifft die Zähne des Hundes. In zahlreichen Studien in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Hunde, die als Hauptfutter Nass- bzw. Feuchtfutter fressen, auf Dauer Probleme mit den Zähnen bekommen können. Insbesondere Zahnstein setzt sich hier sehr schnell fest, da das Futter weich ist und keinen Abrasionsprozess an den Zähnen in Gang setzt. Trockenfutter dagegen muss zunächst vom Hund zerkaut werden, wodurch die rauen Bestandteile an den Zähnen reiben und Zahnbelag zuverlässig entfernen. Von daher kann es auch für Hundebesitzer, die eigentlich nur Nassfutter füttern, hilfreich sein, den Hund ab und zu mit Trockenfutter zu versorgen.


Bleibt schließlich noch die Preisfrage



Trockenfutter kann in großen Mengen kostengünstig hergestellt werden. Nassfutter dagegen ist wesentlich aufwändiger im Produktionsprozess und muss außerdem in Konservendosen verpackt und anschließend auf Temperatur gebracht werden, um die entsprechende Haltbarkeit zu erzielen. Daher ist Trockenfutter als Alleinfuttermittel im Vergleich zu Nassfutter in der Regel deutlich günstiger im Handel zu haben. Kostensensitive Hundebesitzer wählen daher oftmals ausschließlich Trockenfutter.